«Lernende, die über unternehmerische Kompetenzen verfügen, erkennen, was ihre Chefs tun und welche Verantwortung sie tragen.»
«Unternehmerisches Denken und Handeln zeigt den Lernenden neue Möglichkeiten und Perspektiven für ihre berufliche Laufbahn auf.»
«Unternehmerisches Denken und Handeln stärkt die Selbstwirksamkeit von Lernenden.»
«Unternehmerisches Denken und Handeln befähigt die Lernenden, die Welt positiv zu gestalten und zu verändern.»

Trägerschaft

Die Trägerschaft der Initiative «Unternehmerisches Denken und Handeln an Berufsfachschulen der Schweiz – Ökonomische, soziale und ethische Dimensionen» liegt beim Berufsbildungszentrum Olten, vertreten durch Georg Berger. Georg Berger ist Direktor des Berufsbildungszentrums Olten, Präsident der Schweizerischen Direktorenkonferenz SDK-CSD und Mitglied der Schweizerischen Kommission für Allgemeinbildung.
Nach Ablauf des Projektes soll die Initiative unter Federführung der Schweizerischen Direktorinnen- und Direktorenkonferenz der Berufsfachschulen SDK-CSD durchgeführt werden. Die SDK-CSD ist die grösste SchulleiterInnen-Konferenz der Schweiz. Sie vertritt die Interessen von 140 Mitgliedern, die im Bereich der beruflichen Bildung aktiv sind. Die SDK-CSD ist die nationale Organisation der Berufsfachschulen und hat Zugang zur Verbundpartnerschaft, also den politischen Akteuren, die für die Gesamtsteuerung der Berufsbildung zuständig sind.

Nach Ablauf des Projektes soll die Initiative unter Federführung der Schweizerischen Direktorinnen- und Direktorenkonferenz der Berufsfachschulen SDK-CSD durchgeführt werden. Die SDK-CSD ist die grösste SchulleiterInnen-Konferenz der Schweiz. Sie vertritt die Interessen von 140 Mitgliedern, die im Bereich der beruflichen Bildung aktiv sind. Die SDK-CSD ist die nationale Organisation der Berufsfachschulen und hat Zugang zur Verbundpartnerschaft, also den politischen Akteuren, die für die Gesamtsteuerung der Berufsbildung zuständig sind.

Erste Schritte und Erfolge: 1‘000 Berufslernende aus den Kantonen Bern, Solothurn, Tessin und Wallis haben mit dem Programm myidea.ch bereits eigene Geschäftsideen entwickelt. Diese reichen von Upcycling alter Kleidung, Produkten, die einen Zero Waste-Lifestyle ermöglichen, über Handwerksbetriebe, mit interessanten Nischen-Spezialisierungen bis zu individuellen Kreationen aus Holz. All diese Berufslernenden haben das Thema «Unternehmerisches Denken und Handeln» mit Lehrpersonen im allgemeinbildenden Unterricht an ihren jeweiligen Berufsfachschulen behandelt. Die Lehrpersonen hatten zuvor an einer entsprechenden Weiterbildung teilgenommen.

Die beiden Automatiker Aron Düringer und Kevin Bewsher mit ihrem Projekt
Die beiden Automatiker Aron Düringer und Kevin Bewsher mit ihrem Projekt

Unternehmerisches Potenzial ist allemal vorhanden. Mehr als zwei Drittel eines Jahrgangs entscheiden sich für eine Berufslehre. Und dass sich die Ideen von Berufslernenden sehen lassen können, haben zwei von ihnen bereits bewiesen: Die beiden angehenden Automatiker Aron Düringer und Kevin Bewsher hatten am Berufsbildungszentrum Olten die Idee für einen Filter entwickelt, der den Abfluss von Mikroplastik ins Abwasser verhindert. Beim «YouthStart European Entrepreneurship Award» im November 2019 in Barcelona gewannen sie den zweiten Preis in der Kategorie «Idea Challenge».

  • Geschulte Lehrpersonen: 86
  • Beteiligte Schulen: 29
  • Beteiligte Kantone: Bern, Solothurn, Tessin, Wallis (französischsprachiger Teil)
  • Bisher erreichte Lernende: ca. 1000

Forschung

Das Lehr-/Lernkonzept wurde im Rahmen von Forschungsarbeiten entwickelt, die wesentlich von Professor Dr. Fritz Oser und Assistenzprofessorin Dr. Susan Müller durchgeführt wurden. Initiiert wurde das Forschungsprogramm ursprünglich von Prof. Dr. Fritz Oser und Prof. Dr. Thierry Volery.

Die Forschungsarbeiten verfolgten alle das übergreifende Ziel, ein besseres Verständnis zur effektiven Vermittlung von «Unternehmerischem Denken und Handeln» bei Berufslernenden zu schaffen. Insbesondere sollten unternehmerische Kompetenzen und Einstellungen, gründungsrelevantes Wissen, das Bewusstsein für mögliche Scheiternsgründe («Sense of Failure») sowie Selbstwirksamkeit und Eigeninitiative positiv beeinflusst werden. Sämtliche Projekte wurden vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI finanziert. Das Forschungsprogramm bestand aus zwei Hauptphasen:

Phase I: Allgemeine unternehmerische Kompetenzen (2009 – 2012)

Das Ziel der ersten Phase bestand darin, ein Entrepreneurship-Programm zur Verbesserung des unternehmerischen Kompetenzprofils von Berufsschullernenden auf Sekundarstufe II zu entwickeln, die Wirkung auf die Teilnehmenden zu messen und Empfehlungen zu formulieren. Bei dieser Interventionsstudie waren 5 Berufsfachschulen, 6 Gruppen und ca. 80 Lernende beteiligt. Um die Wirkung des Programms zu messen, füllten die Teilnehmenden davor, danach und 4 bis 5 Monate nach Abschluss einen Fragebogen aus. Gemessen wurden gründungsspezifische psychologische Variablen, Beliefs, Kompetenzen, Wissen sowie Gründungsintention.

Diese erste Studie zeigte, dass sich Berufslernende unternehmerisches Wissen und Kompetenzen erfolgreich aneignen können. Bei der Interventionsgruppe konnten signifikante Unterschiede bezüglich der Selbsteinschätzung der Lernenden festgestellt werden, beispielsweise bezüglich der «Umsetzbarkeit der Unternehmensgründung» (F(2, 79)=34.88, p< .001, η²= .320) oder der «Umsetzung einer Geschäftsidee» (F(2, 80)=11.85, p< .001, η²= .136). Zudem konnte ein signifikanter Zuwachs an unternehmerischem Wissen festgestellt werden (F(2, 80)=10.05; p< .001, η²= .118). Die Effektstärken (η²) sind als mittel bis gross einzuschätzen (Volery, Müller, & Oser, 2012).

Volery, T., Müller, S., & Oser, F. (2012). Entrepreneurship Programm: „Initiative Zukunft“: Eine Interventionsstudie zur Erhöhung des unternehmerischen Kompetenzprofils bei Lernenden der Sekundarstufe II. St. Gallen: Universität St. Gallen.

Phase II: «Sense of Failure» (2012 – 2018)

Ein zweites Forschungsprojekt wurde ab 2012 durchgeführt. In diesem Projekt stand die Frage im Mittelpunkt, inwiefern eine Gründungsausbildung, die auch Fallstudien über gescheiterte Unternehmen beinhaltet (so genannte «negative Fallstudien»), Lernende auf mögliche Gefahrenquellen einer Gründung vorbereiten kann. Die Interventionsstudie wurde mit 10 Berufsfachschulen und 22 Schülergruppen (insgesamt 420 Lernende) durchgeführt. Die Intervention bestand aus einer weiterentwickelten Version des Entrepreneurship-Programms, das in Phase I entwickelt worden war. Die Lernenden wurden in drei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe lernte mit negativen Fallstudien (mit Scheitern), eine mit positiven (kein Scheitern), und eine dritte Gruppe lernte ohne Fallstudien. Teilnehmenden aus allen Interventionsgruppen wurde unternehmerisches Wissen vermittelt und alle hatten die Möglichkeit, eine Geschäftsidee zu entwickeln. Von 469 Befragten (insgesamt 379 aus den Interventionsgruppen, 90 Befragte dienten als Kontrollgruppe) lagen Prä- und Posttest-Fragebögen vor. Obwohl nicht alle Hypothesen bestätigt wurden und die Effektstärken eher klein waren, zeigte sich, dass das Lernen mit negativen Fällen das Wissen der Lernenden über Unternehmensinsolvenzen erhöhte. Zudem verbesserte sich ihre Fähigkeit verbessern, sich möglicher Gefahren bewusst zu sein, die bei der Unternehmensgründung auftreten (Mueller, Oser, & Forsblom, 2018).

Müller, S., Oser, F. & Forsblom, L. (2018). The impact of negative knowledge to develop rescue from entrepreneurial failure competencies: An intervention study at the upper-secondary level (Research Report). St. Gallen: University of St. Gallen.

FAQ

Die erfolgreiche Entwicklung und teilweise Umsetzung einer Geschäftsidee ermöglicht wichtige Selbstwirksamkeitserfahrungen. So können Fähigkeiten entwickelt werden, die gerade im Hinblick auf die Vorbereitung der Berufslernenden auf zukünftige Arbeitsmodelle von enormer Bedeutung sind. Vieles spricht dafür, dass durch die Digitalisierung neue Arbeitsformen entstehen, in denen Selbstverantwortung und Eigeninitiative eine noch grössere Rolle spielen werden.
Unsere Schwerpunkte sind die Umsetzung im allgemeinbildenden Unterricht (ABU) und die Verankerung des Themas in den durch die Kantone verantworteten Schullehrplänen. Gleichzeitig bemühen wir uns, dieses Thema in der Überprüfung des Rahmenlehrplans aktiv einzubringen.
Die Initiative «UDH» soll über Weiterbildung von Lehrpersonen verbreitet werden. So kann ein ganzes Netz von Personen aufgebaut werden kann, die alle auf eine vergleichbare Verständnisbasis zurückgreifen können. Nur durch den so ermöglichten «Schneeballeffekt» wird eine flächendeckende Verbreitung überhaupt möglich. Das Trainings-Konzept basiert darauf, dass die teilnehmenden Lehrpersonen in der Basisausbildung (4-tägiges Training) die Rolle der Berufslernenden einnehmen, d. h. sie entwickeln selbst eine Geschäftsidee und arbeiten dafür, ein Geschäftsmodell, einen Businessplan, ein Marketingkonzept etc. aus und lernen so die Schwierigkeiten auf dem Weg zur Entwicklung einer Geschäftsidee selbst kennen. Später werden sie dieselben Schritte mit den Berufslernenden durchführen.

Interessierte können sich bei Roland Nebel, Leiter Erwachsenenbildungszentrum Olten, anmelden: roland.nebel@dbk.so.ch
Die Trägerschaft der Initiative «Unternehmerisches Denken und Handeln an Berufsfachschulen der Schweiz – Ökonomische, soziale und ethische Dimensionen» liegt beim Berufsbildungszentrum Olten, vertreten durch Georg Berger. Georg Berger ist Direktor des Berufsbildungszentrums Olten, Präsident der Schweizerischen Direktorenkonferenz SDK-CSD und Mitglied der Schweizerischen Kommission für Allgemeinbildung. Nach Ablauf des Projektes soll die Initiative unter Federführung der Schweizerischen Direktorinnen- und Direktorenkonferenz der Berufsfachschulen SDK-CSD durchgeführt werden.
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